Gema weist „Falschmeldung“ zurück

Verfasst von vor 2 Jahre, 7 Monatn am 10. Juli 2009 und abgelegt unter Allgemeines, Leute, Musik, Netzwelt, TV, Unterhaltung. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Gema_Wikipedia_216x88Die Gema will nicht mehr länger der Buhmann der Musikbranche sein. Deshalb setzte sich nun der Vorstand der Verwertungsgesellschaft in München auf einer Pressekonferenz gegen die „Irritationen“ und „Falschmeldungen“ zur Wehr. Seit der Ankündigung einer Gebührenerhöhung für Live-Konzerte kursieren solche nämlich im Internet.

In den vergangenen Wochen unterzeichneten mehr als 95.000 Menschen online eine Petition an den Deutschen Bundestag. In dieser wird eine Reform der Gema gefordert. Gema-Vorstandschef Harald Heker meinte dazu, dass es derzeit emotional hoch her geht. „Es läuft da einiges falsch, was die Faktenlage betrifft“, sagte er.

Angeblich ist somit die von Konzertveranstaltern in Umlauf gebrachte Zahl einer geplanten Gebührenerhöhung von 600 Prozent schlichtweg falsch. Heker äußerte, dass vielmehr die Tarife bis 2014 stufenweise lediglich von 2,4 auf acht Prozent netto angehoben werden. Daher sind kleine Veranstalter von der Erhöhung überhaupt nicht betroffen. Somit ist es auch „nachweislich nicht der Fall“, dass man diesen Veranstaltern die Lebensgrundlage entzieht, wie im Internet behauptet.

Wiederum stellt sich jetzt allerdings die Frage, wer nun Recht hat. Die Gema oder die Kritiker?! Jedenfalls ist das Gebührensystem der Gema für Otto-Normalzahler kaum zu durchschauen. Denn die zu zahlenden Beträge fallen jeweils unterschiedlich aus. Das hängt wieder davon ab, wie viele Zuschauer zu einem Konzert kommen, wie groß der Saal ist oder wie teuer die Eintrittskarten sind. Zudem wird das Berechnungssystem durch zusätzliche Sozial- und Kulturtarife verkompliziert.

Selbst Gema-Chef Heker räumt ein, dass dieses System nicht für jedermann auf Anhieb zu verstehen ist. Er kündigte an, dass man die Kommunikation verbessern wird. Allerdings zeigte er sich auch verärgert. Er meint, dass Vertreter professioneller Konzertveranstalter die Petition nutzen, um damit gegen die Gema mobil zu machen.

Dass das Gebührensystem der Gema aber schon lange für Unfrieden sorgt, bleibt jedoch Tatsache. Ein regionaler Veranstalter erklärte, dass er niemanden kennt, der mit der Gema glücklich ist. Gema_fraencko_230x80Dabei ist es völlig egal ob es sich nun um Veranstalter oder Künstler handelt. Es sei denn, man heißt Dieter Bohlen oder Ralph Siegel.

Quelle(n): Nordwest-Zeitung
Bild(er): (c) Wikipedia, fraencko @ flickr.com
Thumbnail: (c) lena.otis @ flickr.com

2 Antworten zu “Gema weist „Falschmeldung“ zurück”

  1. Havelpirat sagt:

    Na da sind wir ja beruhigt: Das sind ja nur 333,33%. Eine Verdreifachung sollte ja wirklich keinen überfordern.
    “Selbst Gema-Chef Heker räumt ein, dass dieses System nicht für jedermann auf Anhieb zu verstehen ist. Er kündigte an, dass man die Kommunikation verbessern wird.” Also bleibt das System weiter unverständlich, man wird endlich mal aber darüber sprechen. Kommunikation mit wem, ab wann, über welche Medien? Aufklärung tut Not.

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