Schärfer als Feuchtgebiete

Verfasst von vor 3 Jahre, 3 Monatn am 31. Oktober 2008 und abgelegt unter Erotik, Literatur, Unterhaltung. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Rebecca Martin brachte diesen Herbst ihren ersten Roman “Frühling und so” heraus. Während die 18-Jährige tagsüber in der Schule für das Abitur büffelte, schreib sie nachts den wohl heißesten Roman des Herbstes. Rebecca über ihr Buch: “Mein Buch ist schärfer als die «Feuchtgebiete» von Charlotte Roche, weil es ehrlicher und authentischer ist. Ich habe geschrieben, was meine Generation erlebt und fühlt.”

Im Roman führt Raquel ein recht durchschnittliches Mädchenleben. An ihrem zwölften Geburtstag wird sie zum ersten Mal richtig geküsst. Mit dreizehn hat sie ihren ersten Freund. Mit vierzehn lernt sie den drei Jahre älteren Noa kennen. Doch dann trennen sich die beiden nach zweieinhalb Jahren und für Raquel beginnt ein Reigen der sexuellen Abenteuer. Sie verführt den besten Freund ihres Ex und den Freund einer Freundin. In einem Club schleppt sie einen kolumbianischen Musiker ab, der sie zu Tode langweilt. Im Urlaub schläft sie mit einem griechischen Barbesitzer. Sie verliebt sich in Julian, ihren Nachbarn, doch verbirgt erst einmal ihre Gefühle vor ihm. Sie lässt sich von einem 28-Jährigen nach Strich und Faden ausnutzen. Sie sucht sich Männer, von denen sie weiß, dass diese sie nicht lieben werden. Doch insgeheim denkt Raquel über den Mann ihrer Träume nach: Ob er gerade die Spinnen an der Decke zählt oder wie sie auf dem Balkon sitzt, eine Zigarette nach der anderen raucht und mit überdimensionalen Kopfhörern sentimentale Indie-Musik hört?

Auszüge aus ihrem Buch, welches von Sex-Abenteuern in Berliner Clubs und Bars erzählt:

“Ich kann Sven nicht einschätzen’, habe ich zu Rocco gesagt, als er sich neben mich auf das Ledersofa an der Bar setzte. Er hat nur gelächelt und mich geküsst. Dann hat er mich relativ zügig zur Männertoilette gezogen, in eine enge Kabine, und mich an den Spülkasten gedrückt. Sein Atem ging schwer, seine zugekoksten Augen musterten meine weiße Haut. Ich habe seinen Schwanz in den Mund genommen und die fremde Flüssigkeit wortlos geschluckt.”

“Der Schreibtisch, auf dem ich mit meinem nackten Po sitze, quietscht. Das hat etwas Obszönes. Wie in einem Softpornofilm um zwei Uhr nachts im Fernsehen. Ich glaube, er kommt gleich. Schade eigentlich. Weil ich gar nicht weiß, was ich danach mit ihm reden soll. Erschreckend, wie gleichgültig ich bin. Das nennt man wohl einen One-Night-Stand à la carte.”

“Ich schlafe mit ihm, ich bin wie Honig, ,hier’, sagt er, ,reib dich an mir, fester, tiefer’ und ewig so weiter, und ich bin derart geil und trotzdem so verletzlich. Wir schlafen wieder und wieder miteinander und wieder drückt er sein Bein in meinen Schambereich, klapst mir auf den Arsch, macht mich verrückt. Ich komme nie zum Orgasmus, immer nur fast. Schlicht gesagt aber, es ist der beste Sex meines Lebens.”

Die junge Autorin wurde 1990 in Berlin geboren und wohnt in Berlin-Kreuzberg. Die 18-Jährige kommt aus einer britisch-australischen Künstlerfamilie. Sie hat zwei Schwestern und beschäftigt sich in ihrer Freizeit hauptsächlich mit Film und Theater. Sie begann früh, sich für Kultur zu interessieren und machte einige Praktika im Film- und Theaterbereich. Als junge Journalistin war sie Jurymitglied der Berlinale Generation.

Bild: © M. Hauck

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