Bei Touristen ist die Insel Mallorca besonders beliebt.
Aber nur einen Tag nach einem ETA-Anschlag in Nordspanien ging nun auch auf der Ferieninsel ein Sprengsatz in die Luft. Rund 60 Verletzte forderte der Anschlag am Vortag im nordspanischen Burgos. Für das Attentat machte man die baskische Separatistenorganisation ETA verantwortlich.
Am Freitag ist der 50. Gründungstag der ETA.
Die Explosion vor einer Polizeikaserne auf der spanischen Ferieninsel forderte mindestens zwei Todesopfer und mehrere Verletzte.
Es handelt sich bei den Toten um Mitglieder der paramilitärischen Guardia Civil. Unter den Verletzten befand sich ein weiterer Polizist.
Um 13.50 Uhr ging ein Fahrzeug im Ferienort Palmanova in die Luft. Dies meldete die Behörde für Katastrophenschutz der balearischen Inseln nach Angaben der Internetseite der spanischen Zeitung El Mundo. Der Anschlagsort Palmanova liegt rund 15 Kilometer westlich von Palma de Mallorca.
Offiziell ist allerdings noch nicht geklärt, ob es sich dabei um eine Autobombe oder vielleicht doch um einen anderen Sprengkörper handelte. Allerdings soll es sich nach ersten Angaben der Ermittler um eine Haftbombe handeln. Diese sollen die Terroristen am Boden des Poizeifahrzeugs angebracht haben. Das Allradfahrzeug vom Typ Nissan Patrol wurde in die Luft geschleudert, wie ein Augenzeuge berichtete. Beide getöteten Polizisten saßen offenbar in dem Fahrzeug, als die Bombe hochging.
Nach dem tödlichen Anschlag riegelte die spanische Regierung die Insel komplett ab. Schiffe dürfen die Balearen-Insel nicht mehr verlassen. Flüge wurden gestrichen. Mutmaßliche Täter sollen so an der Ausreise gehindert werden. Damit ist Mallorca derzeit praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.
Auf dem Flughafen brach Chaos aus. Alarmstufe 1 ist ausgelöst. Bis Donnerstag-Abend bleibt der Airport vorerst geschlossen. Alle Sicherheitskräfte sind in Alarmbereitschaft versetzt.
Flugzeuge, die Mallorca ansteuerten, kehrten in der Luft wieder um. 23 Maschinen des Unternehmens Air Berlin sollten noch am Donnerstag vom Flughafen Palma de Mallorca nach Deutschland starten. Sie sollten die Urlauber wieder nach Hause bringen, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft.
Während der Feriensaison ist der Flughafen von Mallorca einer der verkehrsreichsten Europas.
Unter anderem sperrte die Polizei die Gegend in zweiter Strandlinie ab. Dortige Hotels wurden geschlossen. Die Bewohner in der Nähe aufgefordert, die Häuser nach Möglichkeit nicht zu verlassen. Weitere Explosionen werden befürchtet.
Möglicherweise richtet sich der Anschlag gegen den spanischen König. Juan Carlos und Königin Sofia werden dieses Wochenende auf der Balearen-Insel erwartet. Traditionell verbringt Spaniens königliche Familie ihre Sommerferien im Marivent-Palast auf Mallorca. Der Anschlag ereignete sich nur etwa acht Kilometer vom Palast entfernt.
Nach Angaben der Polizei deutet alles auf die Untergrund-Organisation ETA hin.
Die Bundesregierung ist ebenfalls alarmiert.
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