Die USA haben gewählt und Obama gewinnt

Verfasst von vor 3 Jahre, 3 Monatn am 5. November 2008 und abgelegt unter Politik, Weltgeschehen. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Bei der Wahl zum 44. Präsidenten der USA siegt Barack Obama über John McCain. Er wird somit als erster schwarzer Präsident ins Weiße Haus einziehen. In seiner Rede nach dem Sieg sagte Obama, dass der Wandel nach Amerika gekommen sei.

Obama sagte, das Land stehe angesichts zweier Kriege im Irak und Afghanistan sowie der gravierenden Finanzkrise vor enormen Herausforderungen. Es werde eine Zeit brauchen, die Wirtschaft anzukurbeln und die Allianzen zu reparieren. Aber er werde es schaffen. Obama beschwor seine Landsleute, über die Parteigrenzen hinweg für das Wohl der Nation zusammenzuarbeiten. Die Wahl habe bewiesen, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gebe, über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg. Es sei ein Beweis der Macht der Demokratie.

Der unterlegene John McCain trat in Phoenix in seinem Heimatstaat Arizona vor seine Anhänger und gestand seine Niederlage ein. Er, sowie der noch amtierende Präsident George W. Bush, gratulierten Obama zu dessen überlegenen Sieg. McCain nannte die Wahl “historisch” und sagte, er erkenne es an, dass diese Wahl etwas Besonderes für schwarze Amerikaner sei. “Senator Obama hat etwas Großes für dieses Land geleistet. Und ich bewundere ihn dafür”, sagte McCain. Er gratulierte auch Obamas künftigem Vizepräsidenten Joe Biden, den er einen “Freund” nannte. Am Tag nach der Wahl müsse die Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg beginnen, um den großen Herausforderungen gerecht zu werden, “mit denen die größte Nation der Welt” konfrontiert sei, sagte McCain weiter und forderte die Amerikaner auf, die politischen Gegensätze zu überwinden. Zum Schluss seiner kurzen Rede bedankte sich McCain bei seinen Helfern und räumte ein: “Der Fehler liegt bei mir und nicht bei Euch.”

Mit dem 47-jährigen Obama hat nun ein Mann das Weiße Haus erobert, der einen Gegenentwurf zur jetzigen Regierung von George W. Bush bietet – liberal, überlegt, modern, offen. Immer wieder hat Obama in den vergangenen Monaten beteuert, dass es ihm darum gehe, die tiefe politische Spaltung der amerikanischen Gesellschaft zu überwinden und auf die gegnerische Partei, die Republikaner, zuzugehen. Mit diesen Attributen und viel strategischem Geschick ist es Obama in den vergangenen Monaten gelungen, in weiten Teilen der US-Bevölkerung fast schon den Status eines Heilsbringers zu erlangen. Seit John F. Kennedy hat wohl kein Kandidat und kein Präsident eine vergleichbare Aufbruchsstimmung erzeugt, vergleichbare Emotionen geweckt. Das führte auch dazu, dass er, für einen Demokraten ungewöhnlich, so viele Spenden einsammeln konnte, dass er gegenüber seinem Konkurrenten McCain haushoch überlegen war.

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