Unglück in Russland: 20 Tote auf Atom-U-Boot

Verfasst von vor 3 Jahre, 3 Monatn am 10. November 2008 und abgelegt unter Weltgeschehen. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Die Havarie eines Atom-U-Boots in Russland ruft Erinnerungen an die Katastrophe der “Kursk” vor acht Jahren wach. Bei dem aktuellen Unglück der “Nerpa” starben drei Offiziere und 17 Arbeiter an einer Gasvergiftung. Nach dem bei einer Testfahrt im Japanischen Meer die Feuerlöschanlage plötzlich auslöste, trat giftiges Gas aus. Eine erhöhte Radioaktivität wurde einem Marinesprecher zufolge nicht gemessen.

Laut einem Militärexperten löste ein technischer Fehler das Löschsystem aus. Möglicherweise durch Programmier- oder Betriebsfehler der Konstrukteure, die an Bord Tests durchführten. Der Brandschutz auf U-Booten ist kompliziert. Bricht ein Feuer aus, wird der betroffenen Kammer Sauerstoff entzogen oder der Brand mit Hilfe eines Gases erstickt – für Menschen wird es dann lebensgefährlich.

Das verunglückte U-Boot der Akula-II-Klasse lief in den Hafen von Bolschoi Kamen, im äußersten Südosten Russlands, ein. Von dort aus brachte man die 20 Opfer in Leichenschauhäuser. Von offizieller Seite gab es zunächst keine Informationen zum Typ des verunglückten U-Boots. Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete unter Berufung auf die Werft in Komsomolsk, dass es sich bei dem Schiff um das U-Boot “Nerpa” handle. Es absolvierte erst Anfang November seinen ersten Tauchgang. Um die Umstände des Unglücks zu klären, wurden Ermittlungen aufgenommen. Der russische Präsident Dmitri Medwedew forderte umfassende Aufklärung.

Es ist das schwerste Unglück seit der “Kursk”-Katastrophe am 12. August 2000, als das Atom-U-Boot nach der Explosion eines Torpedos in der Barentssee sank. Alle 118 Seeleute an Bord kamen damals ums Leben.

Quelle(n): AFP
Bild(er): © Wikipedia
Thumbnail: © d_run @ flickr.com

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