Drogenkonsum in Deutschland rückläufig

Verfasst von vor 3 Jahre, 3 Monatn am 12. November 2008 und abgelegt unter Allgemeines, Politik. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Immer weniger Menschen in Deutschland nehmen illegale Drogen. Dies berichtete die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing am Freitag, den 7. November 2008, unter Berufung auf neue europäische Studien. Demnach sinkt sowohl die Zahl der Erwachsenen wie auch die der Jugendlichen, die in den vergangenen zwölf Monaten illegale Rauschmittel konsumierten. Unter den Erwachsenen sind es noch fünf Prozent, unter Jugendlichen weniger als zehn Prozent, ergaben die Untersuchungen.

Allerdings gaben in einer europäischen Schülerstudie immer noch 28 Prozent aller Befragten in Deutschland an, schon einmal illegale Drogen wie Cannabis, Amphetamine, Ecstasy, LSD, Kokain, Crack oder Heroin genommen zu haben. Betrachtet man nur Cannabis, sank die Quote zwischen 2003 und 2007 aber, nämlich von 31 auf 25 Prozent. Bezogen auf die vorangegangenen zwölf Monate, sank die Konsumentenquote von 25 auf 17 Prozent, bei den vorangegangenen 30 Tagen von 14 auf acht Prozent.

Bätzing schloss aus den Zahlen, die sie mit den Jahresberichten der deutschen und europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht vorstellte, dass die deutsche Drogenpolitik erfolgreich sei. “Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung, die zeigt, dass die getroffenen Maßnahmen wirken”, meinte die SPD-Politikerin.

Trotzdem sind ihren Angaben zufolge einige Bevölkerungsgruppen immer noch besonders anfällig für die Sucht. Wer etwa suchtkranke Eltern hat, im Heim aufwächst, die Schule abbricht oder mit dem Gesetz in Konflikt kommt, hat statistisch gesehen ein größeres Risiko, zum Drogenkonsumenten zu werden. Gefährdet sind aber auch Kinder aus sozial benachteiligten und Migrationsfamilien sowie junge Leute in bestimmten Partyszenen. Diesen Gruppen müsse bei der Prävention besonderes Augenmerk gelten, meinte Bätzing.

Kokain nehmen in Deutschland immer noch relativ wenige Menschen, während in etwa einem Viertel der EU-Mitgliedsstaaten der Konsum zugenommen hat. In Deutschland haben unter den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 24 Jahren nur 1,8 Prozent innerhalb der letzten zwölf Monate Kokain konsumiert, 4,1 Prozent mindestens einmal in ihrem Leben.

Eine größere Rolle als Kokain spielen den Daten zufolge Aufputschmittel wie Amphetamine und Ecstasy. Immerhin sei der Konsum aber seit 2003 nicht weiter gestiegen. Von den befragten 18- bis 24-Jährigen geben 2,4 Prozent an, in den vorangegangenen zwölf Monaten Amphetamine konsumiert zu haben. Ecstasy nahmen in den vorangegangenen zwölf Monaten 1,9 Prozent der 18- bis 24-Jährigen – im Jahr 2000 waren es noch 2,9 Prozent gewesen.

Bätzing sieht anhand der neuen Erkenntnisse auch die politische Linie bestätigt, auf Substitution, Spritzenvergabe und Drogenkonsumräume zu setzen. Die Rate der HIV-Infektionen unter Konsumenten, die sich Drogen spritzen, sei mit drei bis sieben Prozent relativ gering. Allerdings sind 60 bis 80 Prozent dieser Konsumenten mit Hepatitis C infiziert.

Quelle(n): AP
Bild(er): (c) Jörg Klemme, Henning Hraban Ramm @ pixelio.de
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