Eskalation am Golf von Aden

Verfasst von vor 3 Jahre, 2 Monatn am 19. November 2008 und abgelegt unter Weltgeschehen. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Mit der Entführung des saudischen Supertankers “Sirius Star” landeten die somalischen Piraten am Wochenende ihren großen Coup. Der Öltanker hatte Rohöl im Wert vom 100 Millionen Dollar geladen. Doch die Piraten bekommen nicht genug: In den letzten Tagen brachten die Seeräuber weitere Schiffe vor der Küste Ostafrikas in ihre Gewalt.

So berichtet der griechische Rundfunk am Mittwochmorgen, die Piraten kaperten ein griechisches Schiff mit 23 Besatzungsmitgliedern an Bord. Den Überfall meldete der Kapitän der Reederei noch per Funk, bevor die Piraten das Schiff enterten. Am Dienstagabend fiel ein unter der Flagge Hongkongs fahrender Frachter in die Hände der Seeräuber. Der Frachter “Delight” mit 25 Mann Besatzung wurde im Golf von Aden geentert. Ebenfalls am Dienstag kaperten die Freibeuter einen thailändischen Trawler mit 16 Mann Besatzung. Das bestätigte das Internationale Schifffahrtsbüro in Kuala Lumpur.

Doch dem nicht genug, die Piraten griffen am Mittwoch eine Fregatte der indischen Marine an. Das Militärschiff “INS Tabar” entdeckte am Dienstagabend das Piraten-Mutterschiff. Die Marine forderte die Seeräuber mehrfach auf, ihr Schiff zu stoppen. Diese ihrerseits drohten, das Feuer zu eröffnen, wenn sich die indische Fregatte weiter nähre. Die Soldaten blieben hartnäckig und verfolgten weiter das Piratenschiff. Männer mit Panzerfäusten und Gewehren standen auf dem Deck des Freibeuterkahns bereit und eröffneten schließlich am Mittwoch das Feuer. Das Kriegsschiff erwiderte das Feuer zur Selbstverteidigung und zerstörte das Piratenschiff. Möglicherweise traf die Marine das Munitionsdepot der Piraten und löste somit eine Explosion aus, welche das Mutterschiff versenkte. Die Piraten flüchtenden mit zwei Schnellboote von dem brennenden Piratenschiff. Eines der Boote sei entkommen, ein zweites fand man später ohne die Besatzung.

Die indische Fregatte “INS Tabar” operiert seit Anfang des Monats in diesem Gebiet. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums geleitete die Fregatte seitdem rund 35 Schiffe unter indischer und unter anderer Flagge sicher durch die gefährlichen Gewässer. Erst vergangene Woche verhinderten die Soldaten einen Übergriff auf zwei Handelsschiffe, während ihrer Patrouillenfahrt.

Quelle(n): Zeit, Stern
Bild(er): (c) Gppande, Nichalp @ Wikipedia
Thumbnail: (c) Pieter Pieterse @ flickr.com

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