Heute blieb die Staatliche Integrierte Gesamtschule in Erfurt für die Schüler und Lehrer geschlossen. Hintergrund für den unfreiwilligen Schulausfall war eine E-Mail vom Dienstagabend an die Schule, in der ein Unbekannter einen Amoklauf androhte.
Das Thüringer Kultusministerium sprach auf seiner Internetseite von einer “ernst zu nehmenden Gewaltdrohung”. In Absprache mit der Polizei, der Stadt Erfurt und der Schule legte das Kultusministerium fest, dass aus Sicherheitsgründen heute kein Unterricht stattfindet. Am Dienstagabend informierte man die Eltern der betroffenen Schüler so weit wie möglich per Telefon über das Geschehen. Für die Schüler insbesondere der Klassenstufen fünf bis acht sei eine Betreuung in anderen Schulen der Landeshauptstadt zugesichert, so das Kultusministerium. Im Laufe des Mittwochs entscheiden die Verantwortlichen, ob und unter welchen Bedingungen der Unterricht wieder stattfindet. Unter den Telefonnummern 0361/655 4000 und 0361/655 4001 können sich die Eltern und Schüler bei Bedarf jederzeit über die aktuelle Lage informieren.
Das Gebäude sei mittlerweile abgesperrt und die Polizei suche mit Hilfe von Hunden die Schule ab. Es sei möglich, dass der Unbekannte Sprengstoff in einem der Räume versteckt habe, sagte Polizeisprecher Manfred Etzel. Gleichzeitig ermittelt die Kriminalpolizei nach dem Verfasser der E-Mail.
Vor Sechseinhalb Jahre war eine ähnliche Drohung gegen eine Schule der Stadt gerichtet worden. Damals nahm man die Drohung nicht ernst und es kam zu einer schrecklichen Katastrophe. Bei dem Amoklauf im April 2002 am Erfurter Gutenberg-Gymnasium tötete der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser zwölf Lehrer, die Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten. Am Ende seines Blutrausches, richtete sich der junge Mann selbst.
Quelle(n): Thüringer Kultusministerium
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