Der Leidensweg des Thomas Dörflein

Verfasst von vor 3 Jahre, 4 Monatn am 24. September 2008 und abgelegt unter Leute. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Als am 22. September der Tierpfleger des Eisbären Knut eine Bekannte besuchte, verließ er unerwartet das Diesseits und begab sich auf die Reise ins Jenseits. Er kollabierte in der Wohnung und stand nicht wieder auf. Rettungssanitäter und ein Notarzt verssuchten vergeblich Thomas zurück ins Leben zu holen. Nach über einer Stunde Wiederbelebungsmaßnahmen, übergaben sie den Leichnahm an die Kripo und Gerichtsmedizin (wir berichteten).

Gestern Nachmittag verkündete die Staatsanwaltschaft von Berlin, den Grund des plötzlichen Todes. Thomas Dörflein starb an einem Herzinfakt. Dem Bericht zufolge führte eine frisch gebildete Thrombose zur mangelhaften Blutversorgung des Herzens. Somit ist die Todesursache des Pflegers bekannt. Doch was bis gestern kaum jemand wusste: Thomas Dörflein sah dem Tod schon einmal ins Auge. Die Diagnose war damals Blasenkrebs. Diesen konnte er laut Aussage seiner Lebensgefährtin besiegen: „Thomas hatte eine lange und schwere Krankheit.“ Knuts Pfleger war im vergangenen April vier Wochen lang nicht im Berliner Zoo erschienen. Es hieß damals offiziell, er sei im Urlaub. Die wenigen Kollegen, die von Dörfleins Krankheit wussten, schwiegen.

Die berühmte Ironie des Schicksals zeigte bei Thomas seine volle Härte. Der Pfleger strebte aktiv und mit aller Kraft seine Genesung von dem schleichten Tod an, um kurz vor dem Ziel den plötzlichen Tod zu erfahren. Am 13. Oktober werden Freunden und Verwandten den verstorbenen in aller Stille zu Grabe tragen. Thomas Dörflein hätte ohne diesen Herzinfarkt am 13. Oktober seinen 45. Geburtstag gefeiert.

1 Antwortet zu “Der Leidensweg des Thomas Dörflein”

  1. Dominik sagt:

    Soooo ein nettes Foto! Wow! Ich will ein solches Bärenjunge auch haben! :) )

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