Die indische Regierung will auf die Terror-Anschläge von Bombay mit den härtest möglichen Mitteln reagieren: Sie spricht vom Kriegszustand. Die Streitkräfte haben die Lage derweil noch immer nicht unter Kontrolle.
Ministerpräsident Manmohan Singh kündigte eine konsequente Reaktion auf die Anschläge von Bombay an. Zur Terrorabwehr werde der Staat zu den härtest möglichen Mitteln greifen, sagte Singh am Donnerstag in einer Ansprache an die Nation. Die Anschläge seien sorgfältig geplant und darauf angelegt gewesen, in der Bevölkerung Panik auszulösen. Möglicherweise hätten die Attentäter Verbindungen ins Ausland gehabt. Indiens Vize-Innenminister Sriprakash Jaiswal sagte: “Wir betrachten die Terrorangriffe in Mumbai (Bombay) als Krieg und behandeln die Situation wie einen Ausnahmezustand zu Kriegszeiten.”
Bei den Angriffen auf mehrere Hotels waren mindestens 100 Menschen getötet und Ausländer als Geiseln genommen worden. Kommandoeinheiten bereiteten sich nach Berichten des Fernsehens und von Augenzeugen darauf vor, die Hotels “Taj Mahal” und “Trident-Oberoi” sowie ein israelisches Zentrum zu stürmen. Kurz zuvor war im “Taj Mahal” eine laute Explosion zu hören gewesen.
Die Terroristen waren am Mittwochabend mit Booten nach Bombay gekommen. Sie griffen dort mindestens zehn Ziele mit Schnellfeuergewehren und Handgranaten an, darunter die beiden Luxushotels, den wichtigsten Bahnhof der Stadt, ein Café, ein Kino und ein Krankenhaus. Der Innenminister des Bundesstaates Maharashtras, R. R. Patil, sagte, es gebe erste Hinweise auf die Täter. Einzelheiten nannte er nicht. Patil betonte, man verhandelt nicht mit den Terroristen und erhielt auch keine Forderungen.
Pakistan verurteilte die Anschläge und schlug eine Hotline zwischen den Geheimdienstchefs der beiden benachbarten Atommächte vor. Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi warnte bei einem Indien-Besuch zugleich vor Schuldzuweisungen. Bei früheren Anschlägen – etwa bei der Anschlagsserie in Bombay im Jahr 2006 mit fast 200 Toten – hatte Neu Delhi Pakistan eine Beteiligung vorgeworfen. Qureshi hält sich im Rahmen der Friedensgespräche beider Länder in Indien auf. Der Nachrichtensender NDTV berichtete, nach den Terrorangriffen sei auch ein Pakistaner festgenommen worden. Die Börse in Bombay und die Schulen blieben am Donnerstag geschlossen.
Quelle(n): Focus
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