Holocaust-Leugner soll persönlich vor Gericht

Verfasst von vor 2 Jahre am 28. Januar 2010 und abgelegt unter Politik Inland. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Am 16. April steht der Holocaust-Leugner Richard Williamson in Regensburg wegen Volksverhetzung vor Gericht.
Für den Prozess ordnete man nun das persönliche Erscheinen des Bischof´s der umstrittenen Pius-Bruderschaft an. Dies gab Thomas Frick, Sprecher des Amtsgericht´s, am Mittwoch bekannt.
Allerdings ist seine Anwesenheit nicht zwingend notwendig.
Frick erklärte dazu, wenn Williamson nicht kommt, bleibt es sanktionslos.

Der Nachrichtenagentur “DAPD” sagte Williamson´s Anwalt Matthias Loßmann, dass es unklar ist, ob der Bischof selbst zur Verhandlung erscheint.
Derzeit lebt er nämlich in London.
Wegen Leugnung des Holocaust´s sollte Williamson eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro bezahlen.
Sein Anwalt legte gegen den Strafbefehl wegen Volksverhetzung allerdings Einspruch ein. Daher kommt es jetzt zur Verhandlung.
Das Strafgesetzbuch sieht für Leugnung des Holocaust´s eine Geldstrafe oder auch eine Freiheitsstrafe bis fünf Jahre vor.

In einem Interview des schwedischen Sender´s “SVT” behauptete der Priester, dass die historischen Tatsachen gegen die Vergasung von sechs Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg sprechen.
Dieses Interview wurde im November 2008 im bayerischen Zaitzkofen im Landkreis Regensburg aufgezeichnet.
Loßmann erklärte jetzt, dass im Mittelpunkt des Prozesses wohl die Frage steht, ob Williamson damit rechnen konnte, dass seine Aussagen die deutsche Öffentlichkeit erreichen.

Als Zeugen vor Gericht lud man nun die drei schwedischen Journalisten, welche das Interview führten.
Zudem findet der Prozess genau am 83. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. statt. Dafür setzte man einen Termin im großen Schwurgerichtssaal des Amtsgerichts an.

Insgesamt weihte man 1988 vier Pius-Brüder ohne Zustimmung des Papstes zum Bischof. Diese wurden daraufhin jedoch exkommuniziert. Williamson ist einer dieser vier Brüder.
Wenige Tage nach der öffentlichen Holocaust-Leugnung von Williamson im schwedischen Fernsehen, hob Benedikt XVI. die Exkommunizierung allerdings wieder auf. Dafür erntete er viel Empörung.
Inzwischen begann der Vatikan aber einen Dialog mit den konservativen Traditionalisten.
Damit möchte er unter gewissen Bedingungen die Rückkehr der Pius-Bruderschaft in den Schoß der katholischen Kirche erreichen.

Quelle(n): STERN.de
Bild(er): (c) Wikimedia, Wikipedia
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