Wegen der zahlreichen Fälle von Kindesmissbrauch wächst nun der Druck auf die katholische Kirche. Kritiker fordern schließlich eine Aufklärung der Fälle von außen, da die Kirche bislang versagte.
Kurz vor Beginn des Frühjahrstreffen der Deutschen Bischofskonferenz in Freiburg warf der Kirchenkritiker Eugen Drewermann den Würdenträgern vor, den Vorwürfen aus dem Weg zu gehen. Die „reine Heilige Kirche“ wird scheinbar vom Frevel einiger Mitglieder belastet. In Wirklichkeit ist sie aber daran mitbeteiligt, sagte der Theologe im Deutschlandradio „Kultur“. Drewermann ergänzte sogar, dass der Zölibat eines der Hauptprobleme ist. Schließlich weiß jeder, dass diese Verpflichtung nur unter enormen Konflikten einzuhalten ist. Wer sich also dazu entscheidet verinnerlichte bereits, dass sexuelle Erfahrungen sündhaft sind und deshalb gebeichtet werden müssen.
Trotz des großen Ausmaßes ist eine öffentliche Kontrolle durch den Staat jedoch kaum vorhanden. Allerdings kann Aufklärung und Prävention nur durch Unterstützung von Außen erfolgen. Wie beispielsweise durch unabhängige Ombudsstellen und Notruftelefone für Ministranten sowie einer Überprüfung der Priesterausbildung durch eine unabhängige Kommission.![]()
Seit Ende Januar meldeten sich bereits rund 120 ehemalige Schüler von Gymnasien des Jesuiten-Ordens und anderen katholischen Schulen, die in den vergangenen Jahrzehnten missbraucht oder misshandelt wurden. Bis zu 50 Verdachtsfälle meldete man allein aus dem Umfeld des Berliner Canisius-Kollegs. Bisher stehen zwölf Menschen unter Tatverdacht, darunter auch zwei Frauen.
Quelle(n): tagesschau.de
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Vertrauen ist eine zarte Pflanze!
Ich glaube nicht das es das Ziel von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist, die katholische Kirche anzugreifen oder Erzbischof Robert Zollitsch zu attackieren. Weder polemisiert sie den Sachverhalt mit dem sich die Kirche auseinandersetzen muss noch spricht sie die Unwahrheit. Zollitsch muss aber doch erkennen das Leutheusser-Schnarrenberger als Frau, Ministerin, ehrenamtliche Richterin und Mitglied des Kinderschutzbundes ein besonderes Interesse daran hat sexuellen Missbrauch von Kindern, Minderjährigen und Schutzbefohlenen in jeglicher Form aufzuklären. So weltfremd kann katholische Moral einfach nicht sein um dafür Verständnis aufzubringen.
Kinder und Jugendliche wollen gesund erwachsen werden und sich ihren Fähigkeiten gemäß frei entwickeln. Wichtig sind ihnen gerade in dieser Zeit, Werte wie Vertrauen, Freundschaft und Zuneigung die sie erwachsenen Menschen entgegenbringen denen sie anvertraut sind. Erwachsene die das wissen und Kinder sexuell missbrauchen handeln skrupellos und sind Verbrecher. Auch wenn die Täter katholische Priester und Ordensleute sind. Einfach unvorstellbar wenn katholische Priester sonntags in der Messe zunächst das Wort Christi lesen und sich danach mit großer Lust in unangemessener Weise unseren Kindern widmen. Um ihre Triebe zu befriedigen nehmen sie die fatalen Folgen für die Gesundheit und Seele der missbrauchten Kinder in Kauf. Ekelerregend und beschämend.
Gleichwohl ist Kindesmissbrauch ein Problem unserer ganzen Gesellschaft nicht der Kirche. Das belegen allein schon Zahlen der Kriminalstatistik Baden-Württemberg (PKS) die als Drucksache vom Stuttgarter Landtag am 10. Februar 2010 ausgegeben wurde (Drucksache 14 / 5619). Danach sind in den vergangenen fünf Jahren allein in Baden-Württemberg in mindestens 8.125 Fällen, Minderjährige, Kinder und Schutzbefohlene sexuell missbraucht worden. Zweifellos zeigen diese Zahlen eine entsetzliche Entwicklung auf.
Als Katholik, Vater und Bürger dieses Landes kann ich da nur an Erzbischof Zollitsch und die Justizministerin appellieren ihre unangebrachten Zankereien einzustellen und sich an einen Tisch zu setzen um Lösungen zu erarbeiten. Entschuldigungen an die Opfer sind gut gemeint aber unzureichend. Klar ist bisher nur das Vertrauen unserer Kinder in uns Erwachsene ist eine zarte Pflanze. Ist es erst einmal zerstört kommt es so schnell nicht wieder.
Sean Lorenz, Neresheim