Pferdekutsche ohne Droschker rast durch Berlin

Verfasst von Andres vor 1 Jahr, 2 Monatn am 28. Dezember 2008 und abgelegt unter Allgemeines, Kurioses, Weltgeschehen. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

In Berlin hat eine führerlose Pferdekutsche mit drei Fahrgästen für große Aufregung gesorgt. Der 36-jährige Kutscher hielt am späten Freitagabend im Bezirk Mitte an und war von seinem Bock abgestiegen, um die Touristen aussteigen zu lassen, wie eine Polizeisprecherin am Wochenende mitteilte. Aus bislang unbekannter Ursache scheuten die beiden Pferde und gingen unvermittelt durch.
Als der Kutscher den Wagen stoppen wollte, wurde er jedoch rund 100 Meter mitgeschleift und dabei von dem Gefährt überrollt. Schwer verletzt wurde er ins Bundeswehrkrankenhaus eingeliefert. Er hat einen Oberschenkelbruch und zahlreiche Prellungen wie die «Berliner Morgenpost» am Sonntag berichtete. Noch ist ungewiss, wann er die Klinik verlassen kann.

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Die Pferdekutsche war mit den verängstigten Fahrgästen, eine 43-jährige Mutter mit ihrer 18-jährigen Tochter und einem 57-jährigen Bekannten, allein weiter bis zur Ecke Friedrichstraße gefahren, wo zwei Zivilbeamte der Polizei die Tiere endlich zum Stehen bringen konnten. Die Fahrgäste überstanden nach Angaben der Polizeisprecherin die außergewöhnliche Kutschfahrt unverletzt. Auch die Pferde hätten die Fahrt offenbar ohne Blessuren beendet, obwohl sie mit dem Wagen vier Autos und eine Baustelleneinrichtung beschädigt hatten.

Seit längerem stehen die Droschkentouren durch die Berliner City  in der Kritik. “Das ist Tierquälerei», beklagte sich der Berliner Tierschutzverein. Erst im Sommer war vor dem Hotel Adlon ein erschöpftes Pferd zusammengebrochen.

40 Kutschpferde ziehen seit drei Jahren Touristen durch die Hauptstadt – teilweise bis zu 14 Stunden am Tag. Weder das Verhalten im Straßenverkehr noch der Umgang mit den Tieren ist einheitlich festgelegt.

Die SPD forderte daher eine einheitliche Kutschenverordnung für die Hauptstadt. «Kutscher benötigen weder einen Führerschein, noch eine Erlaubnis zur Personenbeförderung», kritisierten die Sozialdemokraten vor einiger Zeit. Zudem müsse eine Kennzeichenpflicht für Kutschen eingeführt und die tägliche Einsatzzeit der Tiere auf zehn Stunden begrenzt werden. Auch eine Grundversorgung der Pferde mit Wasser und Raufutter müsse gewährleistet sein. Die Behörden hätten praktisch keine Handhabe gegen die Anbieter.

Quelle: ddp.de
Quelle Bilder: wikipedia

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