Staatsanwalt fordert: Breivik soll in Psychiatrie

Verfasst von vor 11 Monate am 22. Juni 2012 und abgelegt unter Allgemeines, Weltgeschehen. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Anders Behring Breivik, der am 22. Juli 2011 in Norwegen 77 Menschen, darunter überwiegend Kinder, auf brutalste Weise tötete, soll nun in die Psychiatrie zwangseingewiesen werden.

Zu dem Entschluss kamen am gestrigen Nachmittag die Staatsanwälte Svein Holden und seine Kollegin Engh. Die alles entscheidende Frage, ob Breivik für schuldig und damit für 21 Jahre hinter Gitter wandert oder für unzurechnungsfähig bezeichnet wird, wurde in einem stundenlangen Plädoyer erörtert. „Im Zweifel für den Angeklagten“, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft.

Obwohl sich Breivik zu seinen abscheulichen Taten bekennt, gibt es zwei unterschiedliche Gutachten, was seine Zurechnungsfähigkeit betrifft.

Und da nicht zu hundert Prozent geklärt werden kann, dass Breivik zum Tatzeitpunkt total verrückt war oder logisch und böse handelte, hat die Staatsanwaltschaft zum Abschluss des zehnwöchigen Prozesses den 33-Jährigen als unzurechnungsfähig eingestuft und für seine dauerhafte Einweisung in eine Psychiatrie plädiert. Allerdings schien auch für die beiden Ankläger ein schaler Beigeschmack zurückzubleiben, dass es möglicherweise zu keinem Schuldspruch kommen wird.

Norwegen ist schockiert. Wenn das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft nachkommt, kann das bedeuten, dass Breivik bereits nach drei Jahren wieder auf freien Fuß kommt.

Der Urteilsspruch wird für Anfang Juli erwartet.

Foto(s): dapd

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