Schauspielerin Ruth Drexel ist tot

Verfasst von vor 4 Jahre, 3 Monatn am 4. März 2009 und abgelegt unter Allgemeines, Film, Leute, TV, Unterhaltung. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

der-bulle-von-tolz_wikipedia_240x120Die Mutter des „Bullen von Tölz“ ist gestorben. Vor allem als resolute Pensionswirtin Resi Berghammer wurde sie in der TV-Serie „Der Bulle von Tölz“ bekannt. Doch die Bayerin war nicht nur Fernsehschauspielerin. Auch als Theater-Intendantin war Ruth Drexel erfolgreich. Jetzt starb sie im Alter von 78 Jahren.

Die Volksschauspielerin ist bereits schon am vergangenen Donnerstag verstorben, teilte ihre Agentin Susanne Schulz mit. Im engsten Familienkreis wurde Drexel beigesetzt.

Seit der ersten Folge von „Der Bulle von Tölz“ war Drexel als TV-Mutter von Titeldarsteller Ottfried Fischer und resolute Pensionswirtin Resi Berghammer zu sehen. Oft waren die Auftritte in der Krimiserie recht kurz. Dennoch drückte die langjährige Chefin des Münchner Volkstheaters den Fernsehfilmen ihren Stempel auf.

Der frühere „Bulle“-Regisseur Walter Bannert beschrieb die Münchner Schauspielerin einmal mit dem Satz: „Sie kann spielen was sie will. Sie füllt jede Szene aus.“ 2007 musste die gebürtige Niederbayerin wegen einer schweren Krankheit schon einmal eine längere Drehpause einlegen. Worunter sie damals litt, gab ihre Agentin nicht bekannt. Mehrere „Bullen“-Folgen musste sie aussetzen. Danach stand sie jedoch für neue Kriminalfälle vor der Kamera.

Erst bei den Ausstrahlungen der Folgen ohne die beliebte Schauspielerin wurde klar, welche Bedeutung Drexel für die Reihe hatte. Die Einschaltquoten gingen zurück. 2008 kehrte sie auf den Bildschirm zurück. Anlässlich dieser Rückkehr räumte der damalige Sat.1-Geschäftsführer Matthias Alberti ein: „Otti fehlt die Mama.“ Doch jetzt muss „Kommissar Benno Berghammer“ wohl für immer auf seine Fernsehmutter verzichten.

Die in Vilshofen bei Passau geborene Mimin spielte schon vor der populären Serie viele Rollen auf und hinter der Bühne. Jahrzehntelang war sie im In- und Ausland zu sehen. Dort wirkte sie unter anderem in Theaterklassikern wie der „Dreigroschenoper“ oder auch in modernen Stücken wie „Jagdszenen in Niederbayern“ mit. Zudem betätigte sie sich seit Ende der 70er Jahre auch als Regisseurin. 1981 inszenierte sie als erste deutsche Frau am renommierten Bayerischen Staatsschauspiel.

1988 übernahm Drexel als Geschäftsführerin und Intendantin die Verantwortung für das Volkstheater in der bayerischen Landeshauptstadt. Sie etablierte das fünf Jahre zuvor gegründete Haus unter schwierigsten Bedingungen im Münchner Kulturleben. Das Theater erhielt vergleichsweise nur sehr niedrige Subventionen. Münchens Oberbürgermeister Christian Ude lobte: „Ihr Volkstheater war immer dem Volke nahe. Niemals war es aber volkstümelnd.“ Mit einer kurzen Unterbrechung stand Drexel bis 2002 an der Spitze der städtischen Bühne. Dort sah man auch immer wieder ihren langjährigen Lebensgefährten Hans Brenner (1938-1998).

Die Schauspielkarriere von Ruth Drexel begann allerdings schon ein halbes Jahrhundert zuvor. Ab 1953 engagierte man sie zunächst an den Münchner Kammerspielen. Dann gehörte sie auch dem Berliner Ensemble von Bertholt Brecht ein Jahr als junge Darstellerin an. Bereits ab Ende der 50er Jahre folgten die ersten Rollen in TV-Serien, Fernsehfilmen und Spielfilmen. Darunter befanden sich später Auftritte in Krimi-Klassikern wie „Der Alte“ oder „Tatort. Ebenso war sie in den 70ern in Helmut Dietls „Münchner G´schichten“ dabei.

Ab 1995 kam schließlich ihre Paraderolle an der Seite des „Tölzer Bullen“. Sie schätzte das Konzept der Serie. „Es befindet sich nichts Rührendes oder gar Sentimentales darin. Dafür findet man viel Witz und Humor vor.“ In den Folgen mit dem typischen oberbayerischen Lokalkolorit sah die erfahrene ruth-drexel_wikipedia_248x220Theaterfrau eine Satire auf das Genre Heimatfilm und TV-Krimi. Allerdings konnte sie schon mal grantig werden, wenn man sie auf der Straße mit „Resi Berghammer“ verwechselte. Trotzdem gefiel es dem Publikum. Für die Verkörperung der schrulligen Polizistenmutter erhielt die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin 1999 den Deutschen Fernsehpreis als beste Seriendarstellerin.

Quelle(n): AP
Bild(er): (c) Wikipedia
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