Skandal um verseuchte Babymilch weitet sich aus

Verfasst von Michael vor 1 Jahr, 11 Monatn am 18. September 2008 und abgelegt unter Weltgeschehen. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Der chinesische Babymilch-Skandal hat jetzt auch Hongkong erreicht. In acht von 30 untersuchten Stichproben der Firma Yili wies man die giftige Chemikalie Melamin nach. Unterdessen starb bereits das vierte Baby, nachdem es die verseuchte Babymilch trank. Über 6200 Kinder erkrankten an Nierensteinen. Viele befinden sich noch in einem kritischem Zustand.

Bei Melamin handelt es sich um ein Bindemittel in weißer Pulverform, welches in der Industrie überwiegend zu Kunstharzen – also Klebstoffen – verarbeitet wird. Das chinesische Unternehmen streckt die Babynahrung mit noch unbekannten Mitteln. Um dies zu vertuschen, setzen sie dem Milchpulver Melamin bei. Zur Ermittlung des Nährwertes oder Proteingehaltes bestimmen Lebensmittelanalytiker den Stickstoffgehalt nach der sogenannten Kjeldahlsche Stickstoffbestimmung. Melamin lässt den Stickstoffwert als normal erscheinen. Die nephrotoxische Wirkung des Melamins verursacht Nierensteine und im schlimmsten Fall ein Nierenversagen welches zum Tod führen kann.

China machte bereits im Jahre 2006 mit einem Melamin-Skandal auf sich aufmerksam. Damals streckte ein Unternehmen aus Zhangqiu, eine Industriestadt im Norden des Landes, für die Herstellung von Tiernahrung verwendetes Weizengluten. Viele Haustiere starben ebenfalls an Nierenversagen. Bei einer Rückrufaktion holte man 60 Millionen Packungen von dem verseuchtem Tierfutter vom Markt.

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