Der insolvente Porzellanhersteller Rosenthal kündigt noch vor dem geplanten Verkauf 300 seiner 1350 Beschäftigten in Deutschland. Die vor der Insolvenz eingeleitete Sanierung reicht nicht aus. Vor allem die Hauptverwaltung im oberfränkischen Selb ist aufgebläht. Dies erklärte Insolvenzverwalter Volker Böhm auf einer Betriebsversammlung. Die Verhandlungen mit möglichen Käufern machen jedoch Fortschritte. „Ich rechne nach wie vor damit, dass wir uns in wenigen Wochen mit einem der Interessenten einigen können“, sagte Böhm. Der italienische Besteck- und Topfhersteller Sambonet Paderno gilt dabei als Favorit.
Böhm hofft auf einen Abschluss bis Ende März, bevor das Amtsgericht Hof aller Voraussicht nach das Insolvenzverfahren eröffnet. Ab April muss Rosenthal ohne das Insolvenzgeld auskommen, mit dem die Arbeitsagentur die Löhne zahlte. Mit den Sparmaßnahmen könnte Rosenthal auch ohne einen Investor überleben, erklärte der Insolvenzverwalter. Von Gesetzes wegen darf er aber keine weiteren Verluste anhäufen.
Die Palette von 6000 selbst hergestellten Produkten wird um 20 Prozent reduziert. Das Möbelwerk im westfälischen Espelkamp zählt Böhm nicht zum Kerngeschäft. Deshalb soll es getrennt verkauft werden. Nach eigenen Angaben
verhandelt er bereits mit einem Investor darüber.
Rosenthal soll in eine Auffanggesellschaft überführt werden. Damit will man den Betrieb von Altlasten befreien. Die gekündigten Mitarbeiter erhielten Abfindungen. Böhm plant außerdem eine Transfer- und Qualifizierungsgesellschaft.
Quelle(n): Reuters Deutschland
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