Die Regierungschefs suchen den Weg aus der Krise. Deshalb sind die Erwartungen an den G-20-Gipfel in London groß.
Mit einem Arbeitsessen begann der G-20-Gipfel am Mittwochabend in London. Die Staats- und Regierungschefs suchten nach Wegen zur Bewältigung der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Allerdings gestalteten sich die Verhandlungen über schärfere Regeln für die internationalen Finanzmärkte schwierig.
Die Gespräche fanden in Downing Street 10 statt. Kurz vor Beginn stellten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Abend allerdings klar, dass sie bindende Beschlüsse anstreben. Sie wollen sich nicht mit vagen Absichtserklärungen zufrieden geben. Später beim Abendessen saß Merkel direkt neben US-Präsident Barack Obama und erklärte: „Wir möchten Ergebnisse, die die Welt verändern.“
Obama seinerseits rief die G-20-Staaten zum Kampf gegen die Rezession auf. Als zentrale Ziele gab er an, neue Regeln für die Finanzmärkte zu vereinbaren. Derzeitige Differenzen werden „weit überbewertet“. Obama sagte nach einem Gespräch mit dem britischen Premier Gordon Brown: „Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam meistern.“ Die Staatengemeinschaft darf nicht in Protektionismus abgeleiten. Dies würde die Krise nur verschärfen. Die derzeitigen Herausforderungen sind die größten seit dem Zweiten Weltkrieg.
Zuvor attackierten sich gegenseitig mehrere der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs aufs Schärfste. Japans Ministerpräsident Taro Aso warf Merkel vor, nicht genug gegen die Rezession zu tun. Sarkozy drohte sogar mit seiner Abreise, sollten Länder wie China und Großbritannien die Austrocknung vo
n Steueroasen behindern. Strittig blieb zunächst auch, weitere Konjunkturpakete zu beschließen. Vor allem asiatische Teilnehmer drängen darauf, dass der Westen mehr tun muss. Indes betonten Staaten wie Deutschland und Frankreich, dass die bisher verabschiedeten Programme im Volumen von weltweit zwei Billionen Dollar noch gar nicht wirken konnten.
Am Abend eskalierten die Proteste von Gegnern des Gipfels in schweren Krawallen. Tausende Menschen gerieten mit der Polizei aneinander. Demonstranten sowie mehrere Beamte wurden verletzt. Stundenlang belagerten die Demonstranten das Bankenviertel. Randalierer stürmten sogar in eine Filiale der Royal Bank of Scotland. 5000 Menschen beteiligten sich nach offiziellen Angaben an den Protesten.
Quelle(n): sueddeutsche.de
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