Das verheerende Erdbeben in Mittelitalien forderte bereits etliche Menschenleben. Aktuell zählen die Rettungskräfte in der betroffenen Abruzzen-Region über 90 Opfer. Stündlich steigt jedoch die Zahl der Opfer. Dies berichtet die Nachrichtenagentur „Ansa“.
Die Menschen im Katastrophengebiet versuchen verzweifelt ihre verschütteten Angehörigen zu befreien. Viele werden noch vermisst. Die Lage in Städten wie L`Aquila ist „verheerend“. 10.000 Häuser sind beschädigt. Der Zivilschutz schätzt, dass etwa 50.000 Leute obdachlos sind. Verletzte werden unter freiem Himmel behandelt.
Innenminister Roberto Maroni erklärte: „Die Retter konnten nicht schneller zur Stelle sein. Schon 15 Minuten nach dem Beben waren sie auf dem Weg.“
Die Bevölkerung ist verängstigt, sagte Augusto Ippoliti, Schatzmeister der diözesanen Caritas. „Fünf- und sechsstöckige Häuser sind zusammengefallen und viele weitere einsturzgefährdet.“ In der Stadt kann man sich nicht fortbewegen. Die Telefonleitungen sind unterbrochen. Es ist schwierig, genaue Auskünfte über Verletzte oder mögliche Tote zu erhalten.
Auch der katholische Katastrophenschutz Misericordie berichtete von einer „äußerst schwierigen Situation“. Alberto Corsinovi, Vizepräsident des Verbands Toscana, sagte STR, dass bislang einige Verletzte nur behelfsmäßig untergebracht sind. Jetzt geht es darum, medizinische Versorgungseinrichtungen aufzustellen.
Das Erdbeben zerstörte aber auch historische Gebäude. Am schlimmsten verwüstet wurde
allerdings die Stadt L`Aquila. Sie liegt 90 Kilometer nordöstlich von Rom. Unter der Regionalhauptstadt mit 60.000 Einwohnern in fünf Kilometer Tiefe lag das Epizentrum des Bebens. Über den Schlafenden brachen die Dächer zusammen.
Ministerpräsident Silvio Berlusconi erklärte den nationalen Notstand und sagte eine Russland-Reise ab. Am Abend soll die Regierung zu einer Krisensitzung zusammenkommen.
Quelle(n): WELT ONLINE
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