Beim Besuch im Erdbebengebiet vergriff sich Italiens Ministerpräsident im Ton.
Silvio Berlusconi verglich die Lage der obdachlos gewordenen Opfer in den Abruzzen mit einem Campingurlaub. Dem Fernsehsender NTV sagte er bei einem Besuch vor Ort: „Es fehlt den in Zeltlagern untergebrachten Menschen an nichts. Sie bekommen warmes Essen und medizinische Versorgung. Natürlich ist die Unterbringung provisorisch. Man muss es eben nehmen wie ein Campingwochenende.“
Unterdessen wird die Bilanz der Katastrophe vom Montag immer dramatischer. Die Zahl der Opfer stieg laut einer vorläufigen Bilanz des Zivilschutzes auf 250 Tote. Weiter registrierte man 900 Verletzte sowie 100 schwer Verletzte. 17.000 Menschen wurden durch den Erdstoß obdachlos. Überwiegend sind sie in Zelten untergebracht. Viele fuhr man in Unterkünfte an der Adria.
Die Retter befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steigt. Die Erde bebt immer wieder neu und etliche Menschen sind noch verschüttet. Weiterhin werden wieder 5000 Helfer in den Trümmern nach Überlebenden suchen.
Erst am Dienstagabend stürtzten aufgrund eines kräftigen Nachbebens der Stärke 5,3 in L´Aquila und mehreren umliegenden Orten weitere Häuser ein. Auch im südlichen Kampanien und in Rom spürte man das Beben.
Bereits zuvor warnte Berlusconi die Bewohner evakuierter Stadtteile vor einer Rückkehr. Die Gefahr durch Erschütterungen ist zu groß. Dieses Erdbeben ist das folgenschwerste seit 1980 in Italien. Seit dem Erdstoß am Montag zählte man insgesamt über 280 Nachbeben. Immer wieder lösten diese Beben Panik in der
Bevölkerung aus und richteten neue Schäden an.
Die Erdstöße des Hauptbebens mit einer Stärke von bis zu 6,2 überraschte die Menschen der Region Abruzzen in der Nacht auf Montag. Komplette Wohnblocks klappten wie Kartenhäuser zusammen. Die Provinzhauptstadt L´Aquila liegt in Trümmern und Schutt.
Quelle(n): Die Presse.com
Bild(er): (c) Wikimedia, weisserstier @ flickr.com
Thumbnail: (c) Wikipedia









