Nun fällt ein weiteres Unternehmen der Rezession zum Opfer. Die deutsche Kaufhauskette Woolworth steht vor dem Ende. Bereits am Samstag beantragte sie nach Angaben des Frankfurter Amtsgerichts Insolvenz. Für eine Stellungnahme war das Unternehmen bislang nicht erreichbar.
Rechtsanwalt Ottmar Hermann ernannte man zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Hermann übernahm in der vergangenen Woche bereits das Mandat für den insolventen Autozulieferer Karmann.
Woolworth Deutschland gehört dem britischen Finanzinvestor Argyll Partners. In Deutschland gibt es davon 323 Filialen mit etwa 11.000 Mitarbeitern. Um die 50.000 Artikel aus den Bereichen Wäsche, Bekleidung, Spiel- und Schreibwaren, Drogerie, Haushalt und Heimtextilien gehören zum Sortiment.
Ende 2007 übernahm Argyll Woolworth Deutschland vom Finanzinvestor Electra Private Equity und begann das Unternehmen zu sanieren. An den US-Investor Cerberus gingen die Gebäude von 110 Filialen. Der Rest ist gemietet.
Für das Geschäftsjahr von 2007 bis Ende Oktober 2008 peilte man einen Umsatz von rund 900 Millionen Euro an. Im November sah sich das Unternehmen noch auf Wachstumskurs. Allerdings gab der zum Vorstandschef berufene ehemalige Lidl-Manager Stefan Rohrer nach nur vier Wochen sein Amt Anfang April
auf.
Im November beantragte bereits das britische Woolworth Insolvenz. Jedoch agierte das Traditionsunternehmen seit 1982 unabhängig vom Konzern. 1998 trennte sich Woolworth Deutschland von der Muttergesellschaft.
Quelle(n): SPIEGEL Online
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