Eine Ameisenart in Südamerika schuf sich eine Welt ganz ohne Männer. Die gesamte Kolonie besteht ausschließlich aus Weibchen. Die Ameisen verzichten deshalb auch vollständig auf Sex. Stattdessen vermehren sie sich durch Klonen.
Mycocepurus smithii heißt diese erste bekannte Ameisenart, in der deshalb nur weibliche Tiere existieren. Dies berichtet im Fachjournal Proceedings of the Royal Society B (online) das Team um die amerikanische Evolutionsbiologin Anna Himler. Auch unbefruchtet entwickeln sich die Eier der Königinnen zu neuen Tieren. Alle Nachkommen der Kolonie sind dann genetisch identische Töchter.
Über fünf Jahre hinweg beobachteten die Forscher 370 Ameisennester aus verschiedenen Teilen Südamerikas. Während der gesamten Zeit entdeckten sie kein einziges Männchen. Außerdem fanden die Biologen beim Sezieren der Tiere zurückgebildete Sexualorgane vor. Die Weibchen sind auch physisch nicht mehr in der Lage sich zu paaren. Himler sagt dazu, dass ein Leben ohne Sex auch durchaus Vorteile hat. Die Paarung sowie die Schwangerschaft und die Geburt verzehren viel Energie.
Zoologe Harald Luksch von der Technischen Universität München sagt: „Es sind bereits einige Tierarten bekannt, welche sich asexuell vermehren. Beispielsweise fand man bei der Blumentopf-Schlange bislang auch nur weibliche Exemplare. Auch manche Vögel vermehren sich mit dieser sogenannten Jungfernzeugung, um so schnell ein neues Gebiet zu besiedeln.“ Meistens machen sie dies aber nur über wenige Generationen hinweg oder im Wechsel mit
sexueller Paarung. M. smithii ist da ganau der Gegensatz. Die weite Verbreitug ihrer Art und die veränderte Anatomie schließt auf eine lange Generationen-Folge ohne Sex. Himler meint, dass die Unfruchtbarkeit der Tiere möglicherweise durch eine Infektion ausgelöst wurde.
Quelle(n): sueddeutsche.de
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