Die neue Chefin des kriselnden Internet-Konzerns Yahoo kündigte einen erneuten drastischen Stellenabbau an. So tröstet Carol Bartz die Investoren über die schwachen Quartalszahlen hinweg.
Der Suchmaschinenbetreiber musste im ersten Quartal einen herben Rückgang hinnehmen. Der Reingewinn sank um fast 80 Prozent auf 117.6 Millionen Dollar. Jedoch erzielte Yahoo ein Jahr zuvor einen hohen Einmalgewinn. Yahoo verdiente mit einem um diese Sondereffekte bereinigten Gewinn von 0,15 Dollar je Aktie (EPS) deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Marktkonsens belief sich auf ein EPS von 0,08 Dollar.
Dagegen enttäuschte Yahoo die Markterwartungen bei den Nettoerlösen. Diese beliefen sich auf 1,2 Milliarden Dollar. Tatsächlich setzte Yahoo netto aber nur 1,16 Milliarden Dollar um. Für den aus dem kalifornischen Sunnyvale stammenden Konzern sind das somit 14 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Damit machte Yahoo die Werbeflaute im Internet deutlich stärker zu schaffen als dem großen Konkurrenten Google. Dieser verzeichnete im ersten Quartal nur einen Nettoumsatz-Rückgang von drei Prozent. In der Krise profitiert Google besonders von seiner Größe. Viele Werbekunden scheinen ihr knappes Budget auf die führende Plattform zu konzentrieren.
Trotz dieser schlechten Zahlen im nachbörslichen US-Handel legte die Yahoo-Aktie um 3,8 Prozent zu. Das verdankte sie wohl vor allem den Ankündigungen der neuen Firmenchefin Carol Bartz. Zur Kostenreduzierung plant Bartz einen weiteren Stellenabbau. Rund fünf Prozent aller Jobs sollen weltweit nochmals wegfallen. Dies entspricht etwa 700 der zuletzt 13.500 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr strich Yahoo bereits insgesamt 2.400 Jobs.
Dazu sagte Bartz, dass der neue Stellenabbau gezielt und nicht wie zuletzt nach der Rasenmäher-Methode erfolge. US-Analysten zeigten sich vom rigiden Kurs der Kostenreduzierung, den die neue Firmenchefin einschlägt, beeindruckt. Im Januar startete sie nach ihrem Amtsantritt den Konzernumbau. Damit sorgte sie für ein großes Stühlerücken im Management.
Quelle(n): ARD
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