Fahrkarte vergessen – 12-jährige auf Bahnhof ausgesetzt

Verfasst von vor 3 Jahre, 6 Monatn am 22. Oktober 2008 und abgelegt unter Allgemeines, Sport. Artikel abonnieren via RSS 2.0.

Auweh! Das tut dem Image der Deutschen Bahn nicht gut: Eine junge Musikerin (12) war mit ihrem Cello bepackt auf dem Weg zum Musikunterricht. Das Mädchen saß im Zug, als die Schaffnerin nach der Fahrkarte fragte und bemerkte nun erst, dass sie weder Geldtasche noch Fahrschein mit hatte. Sie entschuldigte sich bei der Bahnmitarbeiterin. Diese blieb jedoch hart.

Wer keinen Fahrschein hat, muss raus! Da nützte es auch nichts mehr, dass mitreisende Fahrgäste den Fahrpreis für die junge Dame auslegen wollten. Kein Erbarmen. Die Zwölfjährige musste in der Nähe von Rostock aussteigen. Der Zugbegleiterin war es scheinbar egal, dass sie soeben ein 12-jähriges Mädchen alleine in der Dunkelheit auf dem Bahnsteig stehen ließ.

Das Mädchen ging daraufhin die fünf Kilometer nach Hause – es war dunkel und es hatte das schwere Musikinstrument auf dem Rücken. Nicht auszudenken, was dem Kind passieren hätte können.

Der Deutsche-Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert erklärte, dass die Bahnmitarbeiterin vorläufig vom Dienst suspendiert wurde und eine gründliche Untersuchung des Vorfalles wurde angekündigt. Außerdem werde sich die Deutsche Bahn bei der Familie mit einem Blumenstrauß und einem Länderticket entschuldigen.

3 Antworten zu “Fahrkarte vergessen – 12-jährige auf Bahnhof ausgesetzt”

  1. ayur sagt:

    War das nur ein Einzelfall ?
    Wurde die Zugbegleiterin nur vorläufig suspendiert, weil sie gegen eine Kündigung erfolgreich klagen und dabei auf interne, schriftliche Anweisungen für Zugbegleiter verweisen könnte ?
    Wären solche Anweisungen und diejenigen, die dafür verantwortlich sind (und keine Ausnahmen im begründeten Einzelfall zulassen) nicht viel mehr das Problem ?

    Wenn Zeitkartenbesitzer (etwa Schüler und Studenten) ihre Karte vergessen haben und zudem kein Geld dabei haben, wird nach meiner Erfahrung zudem selbst von Prüfdiensten (die ja als kompromissloser gelten, weil sie i.d.R. ohnehin keine Fahrscheine im Zug ausstellen können) nicht so gewissenlos vorgegangen: Im schlimmsten Fall händigen sie dann eine Art Rechnung aus, die binnen einer Frist zu bezahlen ist und sich auf eine Bearbeitungsgebühr reduziert, wenn der Betroffene eine Zeitkarte hatte.
    Sind Anweisungen für Zugbegleiter (also Angestellte der Bahn) wirklich anders ?
    In jedem Fall scheint es hier, damit sich sowas nicht wiederholt, Nachhol- bzw. Aufklärungsbedarf zu geben, dem mit nachträglichen Fahrkartengutscheinen der Bahn nicht im Ansatz entsprochen wird.

  2. moni pepperoni sagt:

    sorry, aber das hört sich nicht normal an. Dieser Frau fehlt wohl was entscheidendes im Leben.

  3. Ingo sagt:

    Naja, sowas herzloses und dann noch im Osten, das lenkt doch wunderbar davon ab, dass derzeit die die Bahn mit zu kurzen ICE-Zügen fahren muß. Wenn die Radreifen wieder in Ordnung sind, wird das dementiert und der Herzlosen Mutter das Jugenamt auf den Hals gejagt, welche Ihr Kind so spät allein und dann auch noch mit einem Cello Bahn fahrn lässt.

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