Acht von zehn Zuschauern wollten Stefan Raab verlieren sehen. Nach mehr als fünf Stunden Sendung war es dann auch soweit. Der Mainzer Nino Haase besiegte Raab in dessen Show „Schlag den Raab“. Er gewann den Rekord-Jackpot.
357 Tage und fünf Shows in Folge gewann Raab. In seiner letzten Show am Samstag war er allerdings fällig. Zuvor aber lieferten sich er und sein 26-jähriger Herausforderer Nino Haase bei „Schlag den Raab“ einen harten Kampf um den Sieg. Zwischenzeitlich sah es für den einsilbigen Herausforderer allerdings gar nicht so gut aus. Dann aber versenkte Haase beim alles entscheidenden Billard-Spiel die schwarze Kugel in der unteren linken Tasche des Tisches. Das war der Stoß zu seinem Glück. Der Chemie-Doktorand besiegte den TV-Total-Moderator. Damit wurde er dreifacher Millionär. Nino schrie vor Freude. Ihm gehörte nun der Rekord-Jackpot von drei Millionen Euro. In der Geschichte des deutschen Fernsehens gewann bisher noch niemals zuvor eine Person aus eigener Kraft so viel Geld.
Bei Haases 23-jähriger Freundin Julia und seinen Geschwistern Sarina (19) und Robert (13) kullerten die Freudentränen. Während seiner Niederlagen beim Wasserball, Fußball-Tennis und Elektro-Skateboard-Rennen litten sie mit ihm. Bei seinen Siegen im Wettrennen, Radfahren, Turmscheiben-Stapeln und Langsam-Radfahren freuten sie sich allerdings leidenschaftlich. Das emotionale Auf und Ab dauerte insgesamt fünf Stunden und 19 Minuten.
Viele Zuschauer wünschten sich, dass Raab wieder einmal eine Schlappe erlebt. In einer Umfrage vor der Sendung gaben 80 Prozent der Befragten an, die Daumen für Haase zu drücken. Doch der musste bis zum Schluss bangen. Um 1.30 Uhr stand sein Sieg dann endlich fest.
„Schlag den Raab“ war an diesem Tag das meistgewählteste Programm. Die Sendung hatte sogar mehr Zuschauer als das Fußball-Bundesliga-Finale.
Später sagte Haase, dass ihm beim entscheidenden Stoß im letzten Spiel absolut gar nichts mehr durch den Kopf ging. Er erzählt: „Wer denkt, verliert. Ich wusste einfach, dass ich die Kugel reinstoße. Seit drei Jahren habe ich nicht mehr Billard gespielt. Das ist schon irre.“
Haase will mit dem Geld ein Konto für seinen einjährigen Sohn anlegen. „Er soll sich im Leben einmal keine Sorgen um Geld machen müssen.“ Zudem möchte er für seine Eltern die Schulden vom Hausbau tilgen. Mit dem Rest will er seinen Kumpels eine Party auf Ibiza spendieren. Außerdem will er mit Freundin Julia in den Urlaub fahren. Er möchte auch seinen Doktoranden-Job an der Uni wieder antreten. Dazu meint Haase: „Mein Leben will ich weiterleben wie bisher.“
Quelle(n): RP ONLINE
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