Nun wurde die schlimme Ahnung der Angehörigen zur traurigen und schrecklichen Gewissheit.
Der treibende Passagiersitz, die Kabel und Metallteile gehören zum verunglückten Airbus. Die brasilianische Luftwaffe sichtete die Trümmerteile 1000 Kilometer vor der brasilianischen Küste. Das verschollene Air-France-Flugzeug stürtzte am Montag mit 228 Menschen an Bord ab. Nach Angaben des brasilianischen Verteidigungsministers Nelson Jobim besteht daran kein Zweifel mehr. Alles deutet darauf hin, dass die Maschine dort abstürzte. Jobim sagte dazu, man ginge davon aus, dass es sich um den verschwundenen Airbus handelt. Kurz zuvor informierte er die Angehörigen der Passagiere und Besatzungsmitglieder in Rio.
Das Trümmerfeld liegt etwa 650 Kilometer nordöstlich der brasilianischen Insel Fernando de Noronha. Es erstreckt sich über eine Fläche von rund fünf Kilometern. Kabel, Metallteile sowie Öl- und Kerosin-Spuren wurden dort entdeckt, berichtete Jobim. Ebenfalls befand sich ein treibender Passagiersitz darunter. Bislang sichtete man jedoch noch keine Leichen. Mitten auf hoher See vor der Nordküste Brasiliens befindet sie die Absturzstelle. Dort ist das Meer zwischen 3000 und 4000 Meter tief.
Doch jetzt beginnt die Suche nach den Ursachen. Die französische Regierung schickte sofort ein spezielles Schiff mit Spezialkräften auf den Weg zur Absturzstelle. Es ist mit Tauchgeräten ausgestattet. Diese können bis zu einer Tiefe von 6000 Metern arbeiten. 97 Prozent des Meeresbodens ließen sich mit ihnen untersuchen. Dies teilte Frankreichs Verkehrsminister Jean-Luis Borloo mit. Heute soll mit der Bergung begonnen werden. Angesichts der widrigen Wetterumstände vor Ort und der enormen Meerestiefe erwarten Experten eine „schwierige Mission“. Von fünf Marine- und drei Handelsschiffen werden die Spezialrettungskräfte unterstützt.
Weiter unklar ist auch immer noch die Ursache der Katastrophe. Vermutlich kann darüber auch nur die Blackbox an Bord der Maschine Aufschluss geben. Allerdings mangelt es nicht an Spekulationen. Diese reichen vom Blitzschlag bis hin zur Explosion. Sicher ist jedenfalls, dass die Maschine durch eine für schwere Unwetter bekannte Zone flog. Auch sendete sie ein Signal aus, dass es Probleme mit der Stromversorgung gibt. Aus diesem Grund legte sich Air-France schon früh auf einen Blitzschlag als Unglücksursache fest. Allerdings ist noch offen, ob dies der Auslöser oder die Folge eines anderen Problems war. Möglicherweise wurden im Gewitter das Radar und Antennen der Maschine zerstört.
Die Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord des Airbus kamen aus über 30 Ländern. Unter ihnen waren 26 Deutsche. Auch eine fünfköpfige Familie aus Baden-Württemberg befand sich unter den deutschen Passagieren. Aus dem auswärtigen Amt in Berlin hieß es, dass derzeit mit den Behörden verschiedener Bundesländer alle Informationen geprüft werden. Insgesamt neun Passagiere, darunter drei Frauen und sechs Männer, hatten einen Weiterflug nach München gebucht. Elf Reisende wollten nach Stuttgart. Sechs von ihnen buchten einen Abschlussflug nach Berlin.
Familien, Verwandte und Freunde der Opfer werden am Mittwochnachmittag in Paris zu einer ökumenischen Trauerfeier erwartet. Auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Reinhard Schäfer, der deutsche Botschafter in Paris, wollen an der Zeremonie in der Kathedrale Notre-Dame teilnehmen.
Die französische Fluggesellschaft hat ihren Sitz in Paris. Zusammen mit der niederländischen KLM bildet sie die Gesellschaft Air France-KLM. Diese daraus entstandene Gruppe ist die umsatzstärkste Fluggesellschaft der Welt.
Mit 16 Exemplaren der Flugzeug-Modelle A330- 200 betreibt Air France eine der größten Flotten dieses Typs.
Quelle(n): ZEIT ONLINE
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