Vor dem heute beginnenden Prozess gegen den US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff beantragte das Gericht die Beschlagnahmung seiner Anlagen. Diese weisen einen Wert von mehr als 170 Milliarden Dollar (rund 121 Millarden Euro) auf.
Zudem verfügte US-Bezirksrichter Denny Chin am Samstag einen begleitenden Beschluss über den Einzug von 85 Millionen Dollar aus dem Anlagevermögen von Madoffs Frau Ruth. Damit bleibt ihr jetzt nur noch das Bargeld in Höhe von 2,5 Millionen Dollar.
Über Jahre hinweg betrog der 71-jährige seine Investoren mittels eines Schneeballsystems um Milliarden. Im mutmaßlich größten Betrugsfall der Wirtschafts-und Finanzgeschichte bekannte sich der frühere Star-Investor im März des Diebstahls, der Urkundenfälschung und der Geldwäsche für schuldig. Daraufhin nahm man ihn in Haft. Der Schaden liegt bei etwa 65 Millarden Dollar, bei dem der Großteil als verloren gilt. Madoff bezahlte die
Gewinne bestehender Kunden stets mit dem Geld neuer Anleger. Als aber in der Finanzkrise die Kunden plötzlich hohe Summen abzogen, brach das System zusammen. Madoff soll ganz allein gehandelt haben.
Heute fällt nun das Urteil gegen den Ex-Broker. Dem früheren Wall-Street-Finanzier droht seitens der Staatsanwaltschaft die Höchststrafe von 150 Jahren Gefängnis. Madoffs Anwalt hingegen fordert Milde. Aufgrund Madoffs Alters und seiner Geständigkeit plädiert er auf lediglich zwölf Jahre.
Quelle(n): Hannoversche Allgemeine
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